Finanzierung von Spaltlippen- und Spaltgaumenoperationen

Über 1200 Spaltlippen- und Gaumenoperationen wurden bis heute durch Shakti Nepalhilfe e.V. finanziert. Die Operationen wurden am Western Regional Hospital in Pokhara durchgeführt. Unterstützt werden nur Patienten - hauptsächlich Kleinkinder und Jugendliche - die keine finanziellen Mittel haben, diesen chirurgischen Eingriff vornehmen zulassen, der ihnen mehr Lebensqualität und Achtung im sozialen Umfeld gibt.

Mit der Unterstützung von Dr. Bruce Richard FRCS, der viele Jahre in Nepal verbrachte, wurde diese Projekt ins Leben gerufen. Er war vor sieben Jahren der erste Arzt, der derartige Operationen in Nepal vornahm. Inzwischen haben nepalesische Ärzte, die von Dr. Richard ausgebildet und im Ausland speziell auf diesem Gebiet Praxis erworben haben, seine Nachfolge übernommen.
Das Western Regional Hospital stellt einen Sprachtherapeuten zur Seite, damit die Operierten ihre neu gewonnene Fähigkeit zu sprechen, auch richtig nützen können. Oft gibt es Schwierigkeiten, sich neu zu artikulieren und auch das Essen und Trinken ist durch die Operation anders geworden.

Zwischenzeitlich wurde in Abstimmung mit Shakti Nepalhilfe e. V. vor Ort in Pokhara die Nepal Cleft Lip and Palate Association, eine NGO (Non Goverment Organisation), gegründet. Diese Organisation ist unser Partner vor Ort, der sich um die Administrative kümmert und einen Rechenschaftsbericht über die Finanzen ablegen muß. Ein wesentlicher Grund, das Projekt an eine NGO zu geben war, die Eigenverantwortung und die Unabhängigkeit der Nepalesen zu stärken.

Die Kosten richten sich nach dem Umfang der Operation. Man kann bereits für 150 DM eine mittelschwere Operation durchführen lassen. Hier im Westen erscheint es, als wäre es ein Taschengeld. Für einen Nepalesen mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 380 DM und ohne Krankenversicherung ist das eine unerschwingliche Ausgabe. Auch hier sind oftmals die Mädchen benachteiligt, denn es zählt immer noch der Junge mehr, denn dieser geht nicht aus dem Haus, sondern bleibt als Versorger in der Nähe der Familie. Die Mädchen hingegen werden verheiratet und müssen in der Familie des Mannes leben. Bei all der Mystik die Nepal umgibt, ist ein verunstaltetes Mädchen nicht "viel wert", das bedeutet auch, daß man für sie keinen guten Ehepartner finden kann, oder die Brautgabe müßte sehr hoch sein, aber wer kann sich das leisten?

Eine oft an uns gerichtete Frage ist: Werden in Nepal mehr Menschen mit einen Spaltlippen- und / oder -gaumen geboren? Eine Felduntersuchung zeigt, daß es nur eine geringfügig höhere Geburtenrate mit Spaltlippen und -gaumen gegenüber den westlichen Ländern gibt. Der wesentliche Unterschied liegt neben den Kosten darin, daß es bis heute überhaupt nur drei Ärzte in Nepal gibt, die diesen Eingriff vornehmen können, somit ist ein weitaus höherer Bedarf vorhanden.

Diese Unterstützung ist bewußt anonym gehalten, um den Betroffenen nicht das Gefühl zu geben ein "Almosenempfänger" zu sein.